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»» Neue Gedichte

   Auf dieser Seite möchte ich meine allerneuesten ,, Machwerke'' vorstellen. 

Nun ja. Manche von ihnen entstanden auch schon vor längerer Zeit, aber sie sind noch nicht vollkommen, noch längst nicht ausgereift. Also immer noch in Arbeit und daher für mich noch ,,neu''.


Widmung

Von tausend Milliarden Liebesgedichten

sind dies meine Verse für dich.

Wenn sie alle auch ähnlich klingen,          

unsere Liebe ist es nicht.  

Hab' nach ganz eigenen Worten gesucht,

denn singen und malen kann ich nicht.

Will damit dir eine Freude bringen,

drum schrieb ich dir dieses kleine Gedicht.


 

Von der Lust zu leben

Ein lila L- Gedicht

---

Lange Nacht nach kurzem Tag.

Lilien auf dem Frühstückstisch.

Lieblingstee- wie ich ihn mag.

Lecker Brötchen- knusprig frisch.

---

Lavendel hinterm Gartentor.

Leises Summen auf den Blüten.

Lindenduft und Spatzenchor.

Leuchtend' Weiß der Margariten.

---

Lichtermeer über den Bäumen.

Langer Tag vor kurzer Nacht.

Liebesflüstern, süßes Träumen.

Liebster, das hast du gemacht.


 

Vorüber

Nur die Wolken tragen Trauer.

Ins Kiesbett unserer Liebe

fielen harte Tropfen.

Und doch

verschwimmen heute hier

die Worte mir

auf dem Papier.

Vorbei. Vorüber.

Ein letzter Gruß dir.


 

Törichtes Lied

Es war die Nacht,

dass ich dir zugehört hab.

Es war die Nacht,

dein Wort klang rein und schön.

Und deine harten Züge wirkten weicher.

Ich lief nicht weg,

ich ließ es einfach so geschehen.

---

Schuld war die Nacht.

Als ob ich dich nicht kannte!

Schuld war die Nacht,

die vor dem Morgen kam.

Und meine leisen Worte hallten lauter

in dieser Nacht,

die jäh ein Ende nahm.


Vorbei

Ich schreibe keine Abschiedsbriefe mehr.

Aus diesem Alter bin ich lange raus.

Ich sage dir, was noch zu sagen ist, nicht mehr,

und zwing mich fort aus diesem mir einst lieben Haus.

--

Gewusst hab ich 's schon lange, dass das kommt.

Doch g 'rade heute, dass trifft mich nun doch.

Ich möchte dir so vieles noch erzählen,

was du mir warst und so ...

Wozu jetzt noch?

---

Ich hab' so manches Mal gefrorn in deiner Nähe,

drum fällt der Abschied mir nicht allzu schwer.

Und doch, wenn ich dich jetzt so ansehe ...

,,Ich werd' dann gehen. Ich komm' nicht wieder her.''


Abgestürzt

Wieder mal nicht angekommen.

Wieder mal im Wein geschwommen.

Wieder mal auf Rausch versessen,

wieder mal die Zeit vergessen.

----

Als ob es dich je berührt hat.

Als ob es dich je interessiert hat.

Als ob es dir jemals wichtig war.

Als ob ich dir nie nichtig war.

---

Wieder mal- vorbei.


Weiter

Frag' nicht, was ich bei Gedichten empfand,

die ich einst schrieb in jungen Jahren.

Hatte doch Lust und Schmerz nicht gekannt.

Hab all das längst vielfach erfahren.

 

Auch du bist nicht der, den ich einst kannte.

Ich traf dich heut' und hörte dir zu.

Hast andere Pläne, hast andere Träume ...

Dabei warst mein Traum doch immer du.

 

So sind wir alle schon viel, viel weiter,

als wir es waren vor dieser Zeit.

Lass uns nicht nach Vergangenem graben.

Finden wir heute Gemeinsamkeit.


Herbst

Gold- gelbe Gedanken,

auch ocker, auch rot.

Schweifend sich ranken

um Liebe, um Tod.

----------------------------

Spür' kraftvoll die Sonne,

auch Kühle, auch Schmerzen.

Reichlich, die Ernte.

Herbst

            in meinem Herzen.


Orakel

Ja,

ich kann ihn manchmal hören,

diesen Ton

von ganz weit her.

Ein feiner Klang nur.

Ich halt' inne

und lausch' gebannt auf mein Gespür.

 ---

Nur manches Mal,

aus weiter Ferne,

mit einem Hauch von Ewigkeit ...

Und diese leise mahnend Stimme!

Ich weiß:

Es war- es ist

die ZEIT.


Schneewittchen

Märchenstunde mit den Kindern:

,,Weiß wie Schnee. Rot wie Blut. Schwarz wie Ebenholz ...''

Weiß wie Schnee.

Schwarz wie Ebenholz.

Rot wie ...

                  ... wie Ziegelstein.

----

Immer noch, immer wieder-

diese Sehnsucht nach Moskau.

                                                       ( Ich habe 1983/84 ein Jahr in Woronesh und  1988 ein halbes Jahr an der Lomonossow- Universität in Moskau studiert. Diese 16 Monate waren für mich nicht nur sehr beeindruckend, sie haben mich auch geprägt. Und auch nach über 20 Jahren noch beschleichen mich - vor allem im Winter- wehmütige Erinnerungen.)

                    


Demenz

Ich schau in deine leeren Augen

und möchte schreien:

Ich bin ’s! Ich bin dein Kind!

Ein winziges Aufflackern, karg und rar.

Und ich weiß nun:

Auch böse Märchen werden wahr.

 

Gelebtes Leben verlischt...  Stück für Stück.  

Gefühle auch. Auch Liebe.

Ich stehe hilflos,

doch nur einen Augenblick.

Dann kämpf’ ich weiter

gegen dein Vergessen

und hole körnchenweise

Vergangenes zurück.

                                      (Es ist mir gelungen! Es ist mir gelungen! Nun ja, wenn ich sie besuche, fällt ihr nicht gleich mein Name ein. Aber ist der denn wichtig? Sie lacht und freut sich und ruft: ,,Meine Tochter kommt mich besuchen!'' Demenz ist nicht heilbar, aber man kann sie mit viel Liebe und Geduld mindern und das Gedächtnis trainieren . Es ist so schön zu wissen, wieder einen Platz in ihrem Herzen zu haben.)


 

 Glück  

                 oder 

                            In jener Nacht 

---------------------------------------------------

Der Mond schien durchs Fenster und wärmte mich.

Oder war es dein Atem? War es deine Haut?

Dein Herzschlag – sanft pochend - übertönte die Uhr.  

Der Himmel und du - gänzlich nah und vertraut.                                                              

 

Der Mond blickte freundlich auf uns herab.

Und die Sterne? Sie lächelten in jener Nacht!

Das Glück nahm uns innig in seine Arme    

und wiegte uns in den Schlaf,  

ganz sacht.


 

Wenn 

Wenn ein Wind dich forttreibt, 

werd’ ich rufen nach dir,

werd’ ich suchen nach dir,

werd’ ich warten hier,

voller Angst, voller Hoffnung,

im Wind.

 

Wenn ein Strom dich mitreißt,

werd’ ich schreien nach dir,

werd’ ich fahnden nach dir,

werd’ ich rudern stromauf,

ohne Rast, ohne Ruhe,

bis ich dich find’. 

 

Doch

wenn du gehst von allein,

weder Strömung noch Wind  

zogen dich hinweg,

dann bleibe ich hier.  

Werd' weder kämpfen,

noch schreien.

Werde traurig nur sein.

Und bleib' still nur,

ganz still nur,

bei mir.

     

                                                                 

 

                                             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                               

 

 


Kommentar am 06.10.2006 08:55 Uhr von Christina
Habe mit Inbrunst deine neuen Gedichte gelesen. Was soll ich sagen? Natürlich gefällt einem nicht alles gleich gut. Aber bei dir geschieht mir immer, dass ich die Texte "inhaliere", ich sauge sie auf. Manchmal kommen mir ganz spontan die Tränen. Dann weiß ich, dass du mich bis ins Innerste berührt hast, mit deinen Worten. Dass du das kannst, ist eine Gabe, ein Geschenk des Himmels. Bitte hör nie auf, dieses immer wieder aufzumachen. Denn du beschenkst andere. Und damit tust du etwas zutiefst Menschliches, womit du dem einen oder anderen vielleicht Schritte gibst, die er gehen kann.
Kommentar am 13.11.2006 10:36 Uhr von Christina
Ich mag dein Gedicht "Wenn" so gerne. Es lässt einen mit Traurigkeit zurück. Mir sind spontan Zeilen in den Sinn gekommen, die ein wenig Tröstliches hintansetzen. Nimm es bitte nicht als Anmaßung oder Einmischung, wenn ich es dir hier einfach mal anfüge. Es ist nur eine Spielerei, aus Freude am Dichten und als Zeichen einer Auseinandersetzung mit deinen Texten. Also, hier als gereimte Verbeugung an dich eine vierte Strophe:
Und wenn ich still sitz bei mir,
Wind und Strömung nicht spür,
nicht kämpfe und schrei,
es ist doch nie vorbei.
In meinem Herz ist dein Ort.
Und selbst du nimmst dich dort
niemals mehr fort.
Kommentar am 14.11.2006 16:47 Uhr von Chris
Wunderschön ist das! Und es passt sich nahtlos den anderen Strophen an! Ich danke dir für diese Ergänzung. Ja, jetzt ist das Gedicht ,,vollkommen''. Wenn ich es einmal veröffentliche, werde ich diese Strophe mit dem Hinweis auf deine Urheberschaft hinzufügen.
Kommentar am 24.08.2008 03:02 Uhr von Christina
Ich konnte nicht an passender Stelle einen Kommentar abgeben - dann tu ich´s halt hier: Dein Gedicht "Ferien an der See" gefällt mir gut! Es ist so pur, aus einfachen Worten gestrickt, die dennoch unheimlich gut beschreiben, wie man sich da fühlt. Ja... "nie war es so wichtig wie heute" - Dinge so zu sagen, wenn man die Gabe hat! Lieber Gruß, Christina
Kommentar am 01.11.2009 Uhr von Kati
Ich wünschte, ich könnte schreiben wie du.
Liebe Grüße von Kati

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